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17.03.2022

Startklar für die neue Camping Saison!

Die Tage werden länger, die Sonne lässt sich öfter sehen und es wird wärmer. Jetzt ist es an der Zeit, Reisemobil oder Wohnwagen aus dem Winterquartier zu holen. Wie Sie Ihr Freizeitfahrzeug auf den Saisonstart vorbereiten, haben wir Ihnen hier ausführlich zusammengestellt. 

Die erste Winterpause Ihres Campervans, Wohnmobils oder Wohnwagens ist vorbei und Sie wollen wieder los. Aber was genau muss denn alles gemacht werden, um startklar zu sein? Damit Sie den Überblick behalten, erklären wir Ihnen die einzelnen Punkte des Frühjahrs-Checks ausführlich. Nehmen Sie sich die Zeit und machen Sie sich mit allem vertraut. Und was am Anfang nach einer langen Liste aussieht, wird bald zur vertrauten Routine, dank der Sie eine wunderschöne Camping-Saison mit allen Freiheiten, die dazugehören, rundum genießen können. Und los geht´s:  

MFK, Gasprüfung, Wartung

In den Papieren nachschauen, ob eventuell MFK (Aufgebot kommt automatisch vom Strassenverkehrsamt) oder Gasprüfung fällig sind. Diese sind essenziell, damit das Fahrzeug im Straßenverkehr bewegt werden darf und die Sicherheit des Fahrzeugs bzw. Wohnwagen unterwegs und vor Ort beim Camping gewährleistet sind: Die Technik wird einem gründlichen Check unterzogen, der Gesamtzustand überprüft und das Gassystem professionell getestet..

Zudem im Serviceheft nachschauen, wann bei dem Basisfahrzeug des Campervans oder Wohnmobils eine Inspektion ansteht bzw. zu welchem Zeitpunkt das letzte Mal die Flüssigkeiten im Fahrzeug und Verschleissteile gewechselt wurden. Für den Wechsel von Öl- oder Filter, dem Wechsel der Bremsflüssigkeit oder einem Zahnriehmentausch empfiehlt sich ein Termin bei einer Fachwerkstatt.

Auch wenn kein MFK oder Gasprüfungstermin ansteht: sollten bei der Überprüfung des Reisemobils Zweifel an der Sicherheit des Fahrzeugs oder der Einrichtung aufkommen, so ist zur Gewährleistung Ihrer Sicherheit ein außerordentlicher Termin angebracht!

Überprüfung der Technik

Diesen Punkt der Checkliste sollte man am besten vor der ersten Fahrt vor Ort im Winterquartier durchführen, damit die Überführung des Fahrzeugs vom Winterstellplatz nach Hause einwandfrei ablaufen kann. 

Bei Campervan und Wohnmobil fängt die Überprüfung bei Ölstand, Bremsflüssigkeit, Kühl- und Scheibenwischwasser und Scheibenwischern an, bei Bedarf die jeweilige Flüssigkeit nachfüllen oder aber - wenn notwendig - einen Servicetermin bei einer autorisierten Fachwerkstatt vereinbaren. Bei Wohnwagen sollten Bremsanlage, Antischlingerkuppelung, Auflaufbremse und Faltenbelag, Abreißseil und Fahrgestell auf Verschleiß und Materialschäden bzw. Funktion und Sicherheit geprüft werden. 

Starter- und eventuell vorhandene Zusatzbatterien im Camper Van oder Wohnmobil müssen, - sofern sie in der Winterpause abgeklemmt bzw. ausgebaut waren - nun wieder eingebaut bzw.  angeklemmt werden. Die Batteriespannung ist zu überprüfen und eventuell muss die Batterie geladen werden, dies kann natürlich auch schon im ausgebauten Zustand vorab erfolgen. Das Gleiche gilt bei Wohnwagen für Autark- oder Mover-Batterien, falls vorhanden. Danach können alle angeschlossenen 12V-Geräte kurz auf Funktion getestet werden: Innenraumbeleuchtung, Steckdosen, Wasserpumpe, Armaturenschalter im Bad und am Küchenblock, Kühlschrank. Solaranlage und beim Wohnwagen falls vorhanden Mover.

Zudem müssen die sicherheitsrelevanten Außenbeleuchtungen überprüft werden: funktionieren bei Reisemobilen das Tag-, Abblend-, Fern- und Standlicht sowie die Nebelscheinwerfer und bei allen Freizeitfahrzeugen zudem die Rück-, Brems-, Nebelschlußleuchte sowie die Warnblinkanlage? 

Mechanische Teile sollten auf Funktion und Gängigkeit geprüft werden. Sofern Teile schwer beweglich sind oder gar festsitzen, müssen sie von einem Fachmann gefettet und gangbar gemacht werden. 

Reifen

Vor der ersten Fahrt kontrollieren Sie zudem den Reifendruck und erhöhen bzw. senken diesen auf den von den Reifenherstellern angegebenen Wert. Überprüfen Sie den Reifendruck nach einer Weile, so dass Sie sich sicher sein können, dass die Reifen keine Luft verlieren.

Sofern das Fahrzeug über Allwetter-Reifen oder Sommerreifen verfügt, können diese auf dem Fahrzeug bleiben; Winterreifen müssen gegen Sommerreifen ausgetauscht werden. 

Als nächstes überprüfen Sie die Profiltiefe, das Herstellungsdatum (DOT Nummer auf Reifen, dabei stehen die ersten beiden Ziffern für die Kalenderwoche, die letzten beiden Ziffern geben das Herstellungsjahr an), die Lauffläche und den generellen Zustand der Reifen. Die Profiltiefe sollte mindestens 4 mm betragen, ein Reifenwechsel nach spätestens fünf Jahren wird von Reifenexperten empfohlen, das Gummi der Reifen sollte keine Risse zeigen oder porös sein. Sofern das Freizeitfahrzeug in der Winterpause alle paar Wochen ein wenig bewegt wurde oder auf Standkissen verbracht hat, sollten keine Standschäden zu erwarten sein, aber nachschauen sollten Sie trotzdem. Dabei ist ein eventuell vorhandenes Reserverad nicht zu vergessen, auch hier sollten Alter und Zustand überprüft werden.

Zusätzlich wichtig bei den Reifen: alle Radmuttern mit einem Drehmomentschlüssel nachziehen.

Überprüfung der Dichtungen

Hierfür sollten Sie sich Zeit lassen. Überprüfen Sie gründlich die Dichtungen von Fenstern, Türen, Dachluken, Garagen- und Serviceklappen sowie von Be- und Entlüftungseinrichtungen. Eventuelle Schäden sollten behoben werden. Dieser Schritt sollte auf jeden Fall vor der Außenreinigung durchgeführt werden, um einen möglichen Wassereintritt aufgrund einer beschädigten Dichtung zu vermeiden. Die Pflege der Dichtungen erfolgt erst nach der Außenreinigung. 

Sofern eine Dichtigkeitsprüfung für den Erhalt einer eventuellen Garantie notwendig ist, empfiehlt es sich, diese zum Saisonstart durchführen zu lassen. So hat kann man gleich hinter diesen Punkt ein Häkchen setzen und dank der professionellen Überprüfung beruhigt in die Camping-Saison starten. Den entsprechenden Werkstatttermin sollten Sie bei Ihrem autorisieren Fachhändler mit einem zeitlichen Vorlauf einbuchen, damit hier auf Sie keine unerwünschten Wartezeiten auftreten.

Außenreinigung

Als nächstes steht die Außenreinigung auf dem Plan, denn selbst wenn das Fahrzeug vor der Winterpause gründlich gereinigt wurde und die Standzeit unter einem überdachten Stellplatz oder in einem Gebäude verbracht hat, wird es notwendig sein, es außen von Staub und Schmutz zu befreien.

Dazu müssen Wohnwagen, Wohnmobil und Campervan zu einem offiziellen Waschplatz an einer Tankstelle oder Waschanlage gebracht werden. Vorsicht bei Hochdruckreinigern: sofern sich der Druck nicht regulieren lässt, ist von ihnen abzuraten, da ansonsten Dichtungen, Lüftungseinrichtungen oder Acrylfenster beschädigt werden könnten. 

Am besten zunächst das Fahrzeug rundum auf Lackschäden oder anderweitige Beschädigungen überprüfen und dann - sofern keine gravierenden Schäden vorhanden sind - in Handarbeit abspülen, mit Reinigungsmitteln einschäumen, wieder abspülen und eventuell polieren. Dabei Reiniger verwenden, die für die Aufbaumaterialien geeignet sind. Besondere Vorsicht ist bei Acrylfenstern geboten, die nur mit einem speziellen Reinigungsmittel und Microfasertüchern behandelt werden sollten, damit sie nicht verkratzen. Das Dach des Fahrzeug erreichen Sie am besten mit Hilfe einer stabilen Leiter und einer Teleskopstange. Nicht zu vergessen sind auch die Sichtkontrolle, Reinigung und Pflege der Felgen, der Radkästen und des Unterbodens. 

Von LKW Waschanlagen ist abzuraten, da hier oftmals aggressivere Reinigungsmittel und harte Bürsten verwendet werden, die für die Freizeitfahrzeuge ungeeignet sind. Wer die Investitionen nicht scheut, kann sein Fahrzeug natürlich auch zu einer speziellen Caravan- und Reisemobilwaschanlage oder einem Aufbereiter bringen, der sich professionell mit einer Handwäsche um die Reinigung und nach Wunsch auch eventuell um eine Versiegelung kümmern wird. 

Im Anschluß an die Außenreinigung macht es zudem Sinn, die Dichtungen an Türen, Fenstern und Dachluken mit einem Spezialpflegemittel zu behandeln.

Innenreinigung

Die Innenreinigung ist natürlich genauso wichtig, da sie aber nicht mit der Fahrtüchtigkeit einhergeht, kann sie nach der Überprüfung der Technik und der Außenreinigung erfolgen. Außerdem hat man sich nach der Außenreinigung erst einmal zuhause eine Kaffeepause verdient und dann kann es im Inneren weitergehen! 

Der erste Schritt: die Überprüfung auf ungebetene Gäste. Schauen Sie gründlich - eventuell mit einer Taschenlampe - in alle Räume, Schränke, Ecken und Staufächer. Achten Sie auf Kratzer oder andere Spuren. Sofern Polster oder Textilien über die Winterpause im Fahrzeug waren, sollten Sie von allen Seiten nachschauen, ob sich hier nicht eventuell Nagetiere oder andere Ungeziefer ein kuscheliges Winterquartier eingerichtet haben.. 

Danach geht es an die sorgfältige Innenreinigung: staubsaugen, auswischen, putzen … Seien Sie dabei mit dem Wasser sparsam, um Feuchtigkeit im Innenraum zu vermeiden und öffnen Sie Fenster und Türen. Vermeiden Sie aggressive Reiniger oder harte Bürsten, zum Schutz der Möbel-Oberflächen, des Bodenbelags und der Wandabdeckungen. Denken Sie auch an die Stauräume: in Bodenfächern, unter den Sitzbänken oder in der Garage sammelt sich Staub und Schmutz an. Lassen Sie alle Stauräume und Schränke bei offenen Türen gründlich trocknen. 

Polster und Matratzen sollten ausgelüftet werden, abnehmbare Bezüge und Gardinen freuen sich über einen Waschgang. 

Funktionieren alle Schlösser, Schließzylinder und Scharniere einwandfrei? Diese eventuelle mit einem harz- und säurefreiem Spezial-Öl-Spray einsprühen. Lassen sich alle Rollos, Verdunklungen, Klappen und Schalter bewegen?

Kühlschrank, Kochfeld und eventuell vorhandenen Backofen mit Lebensmittelreiniger säubern. Ein Test der Geräte im Gasbetrieb erfolgt nach Überprüfung der Gasanlage. Falls vorhanden, die Funktionalität der Klimaanlage testen.    

Da die Wassertanks vor der Winterpause optimalerweise entleert wurden, muss die gesamte Wasseranlage wieder befüllt, mit einem zulässigen Reinigungsmittel durchgespült und anschließend mit klarem Wasser ordentlich nachgespült werden. Funktioniert der eventuell vorhandene Warmwasserboiler? Der Frischwassertank sollte sauber und keimfrei sein. Den gesamten Wasserkreislauf gründlichst auf Dichtigkeit sowie Funktion testen. Bei der Toilettenanlage sind neben der allgemeinen Zustandskontrolle die Dichtungen zu überprüfen: sofern sie spröde geworden sind, sollten sie ersetzt werden. Zudem ist eine gründliche Reinigung sinnvoll. Nach der Prüfung der Wasseranlage empfiehlt es sich, die Abwasseranlage wieder zu entleeren, um unnötiges Gewicht zu vermeiden.

Weiter geht es mit der Gasanlage: diese muss vor Inbetriebnahme auf eventuelle Defekte und Funktion getestet werden. Dafür schauen Sie sich zuerst den flexiblen Gasschlauch an. Sofern dieser porös ausschaut, muss er ausgetauscht werden, auch wenn es sich nur um kleine Stellen handelt! 

Der Druckminderer ist auf Funktion zu prüfen. Es gilt die Empfehlung, dass Druckminderer, Sperrhähne und Gasschläuche alle 8 bis 10 Jahre ausgewechselt werden sollten.

Sofern die Gasanlage diese erste Sichtprüfung besteht, können die Gasflaschen wieder angeschlossen werden. Danach können die vorhandenen Gasverbraucher wie Kochfeld, Heizung und Kühlschrank nacheinander testweise in Betrieb genommen werden. Dabei kann es ein wenig dauern, bis das Gas am Verbraucher ankommt. Gleichzeitig ist es jetzt sinnvoll, zusätzlich zu der Sichtprüfung die Schläuche mit Lecksuchspray oder Seifenlauge einzusprühen. So erkennt man anhand einer Blasenbildung Lecks und Undichtigkeiten, die vorher bei der Sichtprüfung nicht aufgefallen sind. Wichtig ist hierbei auch, dass sich alle Geräte wieder einwandfrei abschalten lassen.

Sollte Ihr Fahrzeug nicht über eine Gas-, sondern eine Dieselheizung verfügen, lassen Sie diese für ein paar Minuten laufen, um die einwandfreie Funktion zu testen.

Grundausstattung, Dokumente, Vorschriften

Zum Abschluss bietet es sich noch an, einen Blick auf die Camping-Grundausstattung zu werfen: Verlängerungskabel, Auffahrkeile, Adapter, Wasserschlauch, Vorzelt, Sonnensegel … Ist alles vorhanden und in einwandfreiem Zustand? Sind die Stoffe von Markise, Vorzelt oder Sonnensegel sauber und ausreichend imprägniert oder könnten sie eine neue Schutzschicht gebrauchen? Gab es etwas, was Sie im vergangenen Jahr gebraucht hätten und nicht dabei hatten? Dann macht jetzt zum Saisonstart eventuell eine kleine Einkaufstour zum nächsten Campingausstatter Sinn.. 

Sind alle notwendigen Dokumente wie Schutzbrief, Pässe, Versicherungskarte vorhanden? Werden Vignetten oder eine GO-Box benötigt? 

Außerdem empfehlenswert: sich über eventuell neue Vorschriften für Campervans, Wohnmobile und Wohnwagen im In- oder Ausland zu informieren. Gibt es neue Kennzeichnungspflichten wie beispielsweise der “Tote-Winkel” Aufkleber für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen in Frankreich? Oder hat sich etwas an der Geschwindigkeitsbegrenzung für das jeweilige Fahrzeug geändert? Ansonsten kann es leicht passieren, dass der Urlaub aus Unwissenheit teurer wird als erwartet.

Zugfahrzeug

Für die Wohnwagenbesitzer gibt es noch einen zusätzlichen Punkt, der nicht zu vernachlässigen ist: der technisch einwandfreie Zustand des Zugfahrzeugs. Mechanik und Elektrik der Anhängervorrichtung sollten überprüft, eventueller Rost oder Schmutz am Kugelkopf der Anhängerkupplung entfernt werden. Und auch für das Zugfahrzeug gilt: Fälligkeit von Hauptuntersuchung und Inspektion nachschauen sowie Beleuchtung, Bremsen, Flüssigkeiten und Reifen überprüfen, damit die Sicherheit des Gespanns im Straßenverkehr gegeben ist.. 

Sie haben noch Fragen zu einzelnen Punkten? An manche Sachen wagen Sie sich im ersten Jahr noch nicht heran? Dann wenden Sie sich an Ihren Adria Händler, der Ihnen gerne als Servicepartner zur Seite steht!  

Alles erledigt? Dann heißt es: Sachen packen und losfahren! Freiheit und Abenteuer genießen, die Welt entdecken. Ob zu einem ersten “Ancampen” über das Wochenende oder direkt für eine längere Urlaubsreise: Wir wünschen Ihnen wunderschöne Reisen mit Ihrem Campervan, Wohnmobil oder Wohnwagen!