PHEV und Adria Astella – ein (nicht ganz so) offensichtliches Duo oder doch Off-Grid-Luxus?
Modernes Caravaning ist längst kein Kompromiss mehr zwischen Naturverbundenheit und Komfort. Dank fortschrittlicher Technologie können wir heute ein Luxusapartment mit in die entlegensten Winkel der Welt nehmen, ohne auf Klimaanlage oder Induktionskochfeld verzichten zu müssen – selbst wenn wir „in der Wildnis“ stehen.
Das polnische Motor Magazine hat getestet, wie sich eine Kombination, die auf dem Papier wie ein Traum klingt, in der Praxis bewährt: der Ford Ranger PHEV 2025 und der Adria Astella 704 HP. Es ist eine Kombination, die das Konzept der Unabhängigkeit neu definiert.
Ford Ranger PHEV: Hybridkraft im Dienste des Anhängerbetriebs
Das Herzstück dieser Kombination ist der Ford Ranger PHEV. Dies ist nicht nur ein gewöhnlicher Pickup, sondern ein mobiles Kraftpaket. Unter der Motorhaube wird ein 2,3-Liter-Turbobenziner von einem 75-kW-Elektromotor unterstützt. Das wichtigste Merkmal für Caravaning-Fans ist jedoch das 6,9-kW-Pro-Power-Onboard-System. In der Praxis bedeutet dies, dass das Fahrzeug zur Hauptstromquelle für den Anhänger wird. Im Test versorgte das System problemlos die Dachklimaanlage mit Strom, sodass diese 8 bis 10 Stunden lang ausschliesslich über die 11,8-kWh-Batterie des Fahrzeugs betrieben werden konnte. Wenn die Energie zur Neige geht, startet der Auto-EV-Modus des Rangers automatisch den Verbrennungsmotor, um die Batterie wieder aufzuladen, und fungiert dabei als leiser und effizienter Generator.
Mathematik des Anhängerbetriebs: Theorie vs. Praxis
Der Ranger PHEV verfügt über eine Anhängelast von 3.500 kg und liegt damit auf Augenhöhe mit den leistungsstärksten Dieselmotoren. Der Teufel steckt jedoch im Detail, nämlich im Gewicht. Daher empfehlen Experten für komfortable Langstreckenfahrten ein optimales zulässiges Gesamtgewicht des Anhängers von etwa 3.000 kg, wodurch im Fahrzeug fast 909 kg Nutzlast zur Verfügung stehen.
Der Adria Astella 704 HP ist die kürzeste Version der Baureihe, wird aber von vielen als die beste angesehen – er misst 9 Meter mit Deichsel und wiegt knapp 2,3 Tonnen (bei einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 3 Tonnen). Was ihn auszeichnet, sind seine einzigartigen doppelten Panoramatüren, die, wenn sie weit geöffnet sind, die Grenze zwischen Innen- und Aussenbereich verschwimmen lassen und einen Terrasseneffekt erzeugen.
Der Innenraum des Astella ist ein Inbegriff von Minimalismus und Geräumigkeit. Im Gegensatz zu herkömmlichen Wohnwagen ist er nicht mit Schränken „überladen“. Hier finden Sie:
Eine Traumküche: Mit einer fast zwei Meter langen Arbeitsfläche, einem Dreiflammenherd, einem Backofen mit Grillfunktion und einem zweitürigen Kühlschrank mit einem Fassungsvermögen von 167 Litern.
Ein gemütliches Wohnzimmer: Mit einem über zwei Meter langen Klappsofa und einem Teppich, der die heimelige Atmosphäre abrundet.
Ein Schlafzimmer mit Aussicht: Hier steht das 189 cm x 151 cm grosse Bett quer zu den Panoramatüren.
Perfekte Synergie: „Off-Grid“-Probleme lösen
Bei den Testfahrten mit dem Adria Astella wurden einige Mängel festgestellt, die in Kombination mit dem Ford Ranger PHEV … kein Problem mehr darstellen.
1. Stromversorgung: Der Astella ist ein Luxus, der Strom benötigt. Das Fehlen einer serienmäßigen Batterieversorgung in einem Wohnwagen dieses Standards mag überraschen, aber mit einem Ranger mit dem Pro Power Onboard-System sparen wir zwischen 2.800 und 3.500 Euro, die wir sonst für ein eigenes Lithium-Batteriesystem und einen Wechselrichter im Wohnwagen ausgeben müssten.
2. Heizung und Klimaanlage: Der Astella verfügt über ein leises Alde-System und eine optionale Klimaanlage. Dank des Hybrid-Rangers können wir diese Annehmlichkeiten im Stand nutzen, ohne an ein externes Stromnetz angeschlossen zu sein.
3. Wasser und Abwasser: Der kleine Frischwassertank (78 Liter) und das Fehlen eines Grauwassertanks sind die grössten Nachteile des Astella. Der Hersteller empfiehlt den Anschluss an das städtische Netz, was ihn ideal für „Premium-Standorte“ macht. Die Mobilität des Ranger ermöglicht jedoch eine einfachere Wasserversorgung oder die Fahrt zu einer Entsorgungsstelle im Notfall.
Reiseeindrücke
Ein so leistungsstarkes Gespann mit einem Ford zu ziehen, ist ein reines Vergnügen. Assistenzsysteme wie die Totwinkelüberwachung mit Anpassung an die Anhängerlänge und die Anhängerlichtkontrolle machen das Manövrieren des 9-Meter-Giganten weniger stressig.
Adaptiert aus dem Magazin Motor.